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Das Panama-Projekt

Stefan Mudry hat sich seinen Lebenstraum erfüllt: Vor sechs Jahren wanderte aus nach Panama und beschreibt hier exklusiv für SILBERKLICK, wie er in seinem großen Projekt FINCA BAYANO mit Gleichgesinnten das Leben genießen kann - ohne Angst vor globalen Wirtschaftskkrisen oder Kriegen.
Wer sich näher für das Thema Auswandern interessiert, wendet sich direkt an uns, wir sind auch telefonisch häufig in Kontakt mit Panama und vermitteln gerne:
 
Redaktion SILBERKLICK   -  Direkt-Mailadresse: info@bernhard-buerkle.de


Im Einklang mit der Natur baut Stefan Mudry mit Gleichgesinnten unter anderem Bananen an, wo früher nur Wildnis herrschte und öde Unfruchtbarkeit.  Der Aussteiger macht allen SILBERKLICK-Leser/innen Mut, das seiner Meinung nach einzig Vernünftige zu tun und im schönen Panama einen Neustart zu wagen.

DAS PANAMA-PROJEKT

Neustart mit Altsilber

 

Es war nicht das schöne Kinderbuch von Janosch „Oh wie schön ist Panama“, sondern eher die Suche nach einem schönen, friedlichen Fleckchen Erde, wo ich mir reelle Chancen ausrechnete, einer womöglich schon bald drohenden globalen Wirtschaftskrise un-beschadet zu entkommen. Nein, aber es war ein anderes gedrucktes Werk, das meinen kühnen Entschluss nachhaltig stärkte, Deutschland und Europa den Rücken zu kehren und auszu-wandern, und das kam so:

Irgendwann in den späten 90er Jahren kaufte ich mir ein Buch, in welchem es um den Zusammen-bruch des US-Dollars ging. War der größere Teil des Buches in einem für mich kaum zu verstehenden Wirtschafts-Chinesisch geschri-eben, so ging es im letzten Kapitel um römische Silbermünzen. Hatte ich den ersten Teil des Buches nur überflogen, saugte ich jedes einzelne Wort des letzten Kapitels viele Male auf. Weil es in den Minen Spaniens und Rumäniens nach damaligen Technologien immer schwieriger wurde, ausreichend Silber zu fördern, las ich in diesem Buch, sei der Silbergehalt römischer Münzen in den ersten drei Jahrhunderten der modernen Zeitrechnung auf Null reduziert worden. So kam die erste Inflation moderner Zahlungsmittel zustande und war offensichtlich der Grund für den Zusammenbruch des römischen Reiches, behauptete der Autor. Überschnitt sich diese Aussage überhaupt nicht mit dem, was man uns in der Schule beibrachte, sah ich mich ein weiteres Mal in der Annahme bestätigt, dass alles was geschrieben und gesagt wird, kritisch hinterfragt werden muss.

Im Laufe der kommenden Jahre las ich weitere Bücher, aber erst mit dem Internet war es möglich, gezielt an Informationen zu gelangen. Hatte ein Buch mehrere hundert Seiten und war dem Leser keinerlei Möglichkeit gegeben, Aussagen infrage zu stellen, bot das Internet zum ersten Mal die Möglichkeit sich „bewusst“ zu informieren. Ab dem Jahr 2000 entstanden Foren, die den Zusammenbruch des Systems zum Thema hatten. Insbesondere das „Gelbe Forum“ möchte ich in diesem Zusammenhang hervorheben, in welchem bereits damals helle Köpfe schrieben, dass der Crash nur eine Frage der Zeit sei, weil eine unendliche Verschuldung nicht möglich ist und die negative Demographie diese Entwicklung noch beschleunigt. Theorien eines Zusammenbruchs zu verbreiten, war vor fast zwei Jahrzehnten eine fragwürdige Sache. Schließlich ging es der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung gut, weshalb sich im Grunde nahezu alle darüber einig waren, dass wir uns auf dem richtigen Weg befanden. Sich kritisch mit der Realität auseinander zu setzen, war damals so gut wie kein Thema.

Mit altem Silberbesteck verdiente Stefan Mudry das Geld für den Kauf eines geeigneten Geländes für seinen Lebenstraum, das PROJEKT PANAMA und die FINCA BAYANO

Natürlich ging es in den Diskussionen im Gelben Forum auch darum, wie man sich möglicherweise gegen einen Crash schützen kann. Gold und Silber wurden in diesem Zusammenhang ausführlich diskutiert und ich kam zu dem Schluss, dass ich mir Edelmetalle zulegen sollte. Ich kaufte die üblichen Münzen und Barren, aber die wirkliche Beschleunigung meiner Käufe entstand bei einem meiner Besuche auf dem Flohmarkt an der Straße des 17. Juni in Berlin. Hier kam ich auf die Idee, Silberbestecke in großen Mengen zu kaufen, weil sie wesentlich billiger waren als Münzen und Barren. Kostete eine Unze Silber bei Edelmetallhändlern damals fünf Dollar, so betrug der Preis einer Gabel nur ein Zehntel dessen, aber sie wog etwa eine Unze; schweres Besteck wog bis zu zwei Unzen. Ein gutes Geschäft

Bild rechts:
Das Projekt FINCA BAYANO sucht aktuell noch Gleichgesinnte, die in Panama eine dörfliche Gemeinschaft aufbauen und gemeinsam ökologische Landwirtschaft betreiben möchten.

 

Etwa zehn Jahre zuvor hatte ich bereits mehrere hundert Silberbestecke gekauft, um sie in meinem Restaurant zu benutzen, sie wurden jedoch durch die Bank abgelehnt. Einerseits seien die Bestecke zu schwer, befanden die Gäste und insbesondere wenn es um Eier ging, wollte man selbige doch bevorzugt mit Plastiklöffeln essen. Was für eine Schande, dachte ich mir, aber wenn die moderne Gesellschaft nach Plastik schreit, bekommt sie Plastik. Schließlich bezahlten sie dafür und nur ein zufriedener Gast kommt wieder. Weil sie niemand wollte, lagerte ich die Bestecke in meinem Keller und erst ein ganzes Jahrzehnt später - während der Jahre 2003 und 2004 - kamen große Mengen dazu.

 

Anfangs war es kein Problem, kistenweise Silberbestecke zu kaufen, denn es gab sie haufenweise auf den Märkten und offensichtlich dachte die absolute Mehrheit aller modernen Menschen gleich: „Die Dinger sind zu schwer – verschacher sie auf dem Flohmarkt!“ Nach wenigen Wochen führte meine enorme Nach-frage dazu, dass es auf Berliner Flohmärkten kaum noch Silberbestecke gab und mein Keller erwies sich schnell als zu klein. Zudem stiegen die Preise ganz ordentlich. Wurden Silber-bestecke von den Händlern als Ballast empfun-den und lagen sie gehasst in den Kisten, änderte sich dieses Verhalten ganz schnell. Bezahlte ich anfangs 50 Cent für eine Gabel, ein Messer oder einen Löffel, stieg der Preis schnell auf einen Euro pro Stück und als die Vermutung entstand, dass ich damit Gewinne erzielte, war das Geschäft tot. Was die Knappheit der Bestecke betraf, beschloss ich auf Flohmärkte außerhalb Berlins auszuweichen und was die Enge des Platzes in meines Kellers betraf, entschloss ich, die Bestecke zu schmelzen.

 

Leider waren die Märkte in anderen Städten im Verhältnis zu Berlin relativ bescheiden, aber dennoch gelang es mir über den Zeitraum von fast zwei Jahren nennenswerte Mengen an Silber zu kaufen. Alle Flohmärkte der großen Städte unterstanden meiner Beobachtung - ich machte überall Kontakte und überall passierte immer das Gleiche: gingen die Verkäufer erst einmal davon aus, dass eine kommerzielle Idee hinter meinen Käufen stand, stiegen die Preise - je kleiner der Flohmarkt, desto schneller war’s vorbei. Besuchte ich Märkte in kleineren Städten, kam es oft vor, dass ich ohne ein Gramm Silber zurück nach Berlin fuhr, aber es kam auch vor, dass ich mein Auto überlud. Auf einer meiner Touren nach Bayern gelang es mir, eine halbe Tonne Besteck zu kaufen, was offensichtlich zu viel war. Laut Betriebsanleitung war mein 320 TE für eine Zuladung von 600 Kilo ausgelegt, aber das war wohl etwas zu optimistisch. Etwa auf der Hälfte der Strecke gingen auf einmal die Scheinwerfer nach oben, während das Heck des Fahrzeuges abfiel. Ich hielt an und noch bevor ich ausstieg, war mir klar, was passiert war: die Niveauregulierung hatte ihren Geist aufgegeben. Nachdem ich etwa 200 Kilo auf und vor dem Beifahrersitz untergebracht hatte, zeigten die Scheinwerfer nicht mehr ganz so weit in den Himmel und ich kam ohne weitere Probleme zu Hause an. Die Reparatur der Niveauregulierung war teuer, aber ich hatte 15.000 Unzen Silber nach Hause gebracht.

 

Was das Schmelzen des Metalls betrifft, so war das eine wirkliche Herausforderung. Mit meiner primitiven Anlage entstanden enorme Dämpfe, die ich nach draußen ableiten musste. Nun wohnte ich jedoch in der Innenstadt, wo das alles andere als einfach war. Abgesehen davon wollte ich vermeiden, dass andere auf meine Tätigkeit aufmerksam wurden, auch wenn es legal war. Immerhin lagerte ich nennenswerte Mengen an selbst gegossenen Barren in meinem Keller. Mein Tresor war schnell voll und so goss ich Barren mit einem Gewicht von fünfzig Kilogramm, um Diebstahl zu verhindern. Die Abgase führte ich über einen stillgelegten Kamin ab und obwohl ich einen guten Ventilator benutzte, war es unmöglich ohne Maske zu arbeiten und es gab gelegentlich Klagen über den Geruch, ohne dass die Anwohner wussten, worum es sich handelte. Daher arbeite ich zumeist nachts.

 

Verkaufen konnte ich meine Barren übrigens zu einem Preis von vier Dollar pro Unze, einen Dollar unter dem Marktpreis. Das entsprach nach Abzug aller Kosten einem Gewinn von etwa zwei Dollar pro Unze. Abgesehen davon, dass wegen meines aggressiven Kaufverhaltens die Preise gestiegen sind, hatten andere erkannt, welche Gewinnspannen zu erzielen waren und so war das Geschäft leider nur von kurzer Dauer. Aus den Gewinnen meiner Silberverkäufe habe ich mein Projekt Finca Bayano in Panama finanziert.



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Portrait

1992 begann Dirk Müller seine Kariere an der Börse, wo er zunächst als Rentenhändler und später dann als amtlich vereidigter Kursmakler und Skontoführer arbeitete. Heute zählt der mehrfache Spiegel-Bestseller-Autor zu den bekanntesten Finanzexperten Deutschlands, berät national wie international Politik und Wirtschaft und gilt als »Dolmetscher zwischen den Finanzmärkten und den Menschen außerhalb der Börse«.